Klassische Homöopathie

1. Einsatzgebiete der Homöopathie

Durch die einfache Einnahme als Tropfen oder Globuli empfiehlt sich die Homöopathie insbesondere bei der Behandlung von Säuglingen und Kindern. Folgende Erkrankungen lassen sich homöopathisch gut behandeln:

  • Akute Erkrankungen
    • Atemwegsinfekte mit Halsschmerzen, Husten und/oder Schnupfen
    • Margen-/Darminfekte mit Durchfall und/oder Erbrechen
  • Psychische Syndrome
    • Konzentrationsschwierigkeiten
    • Depressionen
    • Aufmerksamkeit-Defizit-Syndrom (ADS/ADHS)
    • Magersucht
    • Stimmungsschwankungen
  • Schlafstörungen insbesondere Schlaflosigkeit
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2. Grundzüge der Homöopathie

Die Heilkunst der Homöopathie beruht auf dem Prinzip "Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt" und wurde im 18. Jahrhundert von Dr. med. habil. Samuel Hahnemann entdeckt. Demnach führt ein Stoff, der bei gesunden Menschen Symptome hervorruft, die der zu heilenden Krankheit ähneln, zur Heilung.

Um die Gründe für die Heilwirkung von Chinarinde bei Malaria herauszufinden, führte Hahnemann 1790 seinen berühmten Chinarindenversuch durch. Als Gesunder nahm Chinarindenpulver ein und bekam jedes mal nach der Einnahme die Symptome des Wechselfiebers. Die Anfälle dauerten 2-3 Stunden und wiederholten sich bei erneuten Einnahmen. Aus der Ähnlichkeit der an sich selbst erlebten Symptomatik mit den ihm als Arzt bekannten Krankheitszeichen der Malaria, schloss er, dass eine Arznei, die bei einem Gesunden Krankheitszeichen hervorruft, Krankheiten heilen kann.

Auf der Grundlage dieser Erkenntnis prüfte Hahnemann weitere Stoffe und fand heraus, dass das Auftreten von Krankheitssymptomen nur eine Verstimmung der Lebenskraft bedeutet, dass eine tief im Inneren vorhandene unsichtbare Kraft aus dem Gleichgewicht geraten ist. Nach  seiner Auffassung verleiht diese Kraft der KörperGeistSeele die Fähigkeit ihr gesamtes, individuelles Potenzial im Leben des einzelnen Menschen zu entfalten. Dementsprechend muss eine zur Heilung fähige Arznei an dieser Kraft ansetzen und das ursprüngliche Vermögen wiederherstellen.

In seinen Forschungen fand Hahnemann des weiteren heraus, dass die Medikamente an Wirkung zunahmen, wenn sie verdünnt und verschüttelt wurden. Die Verdünnung allein erwies sich jedoch als wirkungslos. Vielmehr wird die verborgene Arzneikraft durch verdünnen und           verschütteln so aufgeschlüsselt, dass  auch in ihrem Urzustand unwirksame Stoffe (Kochsalz, Milch, etc.) zu wertvollen, homöopathischen Arzneimitteln heranwachsen. Der Verwandlungsprozess wurde von Hahnemann "Dynamisierung" oder "Potenzierung" genannt.

Bei der als Dynamisierung bezeichneten Verdünnung wird ein Tropfen des wässrigen oder alkoholischen Auszuges mit 10 bei "D" und      mit 100 Tropfen bei "C" -Potenzen vermengt und 10 bzw. 100mal verschüttelt. So erhält man die D1 oder C1.

Je nach Häufigkeit in der diese Verfahrensweise angewandt wird, erhält man weitere Stufen. Die gebräuchlichsten Stufen sind D6 und D12 sowie C30, C200 und C1000. Diese Lösung wird entweder direkt als in Tropfenform oder auf Zuckerkügelchen (Globuli) aufgebracht eingenommen.

Das Arzneimittelbild verzeichnet alle Symptome und Empfindungen, die bei der Einnahme durch Gesunde aufgetreten sind. In der Umkehrung entsteht das Repertorium, in dem nach Symptomen geordnet, die die Beschwerde hervorrufenden Mittel aufgezeigt sind.

Aus der Gegenüberstellung von Symptomatik des Kranken mit den Arzneimittelbildern kann das geeignete Mittel herausgefunden werden. Die Schwierigkeit liegt in der Exaktheit der Individualisierung der Krankheit. In der Homöopathie ist Hitzewallung nicht gleich Hitzewallung und Schnupfen nicht gleich Schnupfen.

Das Auftreten kann zu bestimmten Tages- oder Nachtzeiten vermehrt sein, die betroffenen Körperpartien bzw. die Absonderung  können unterschiedlich sein, eventuell können "Auslöser" wie Stress oder Kälte gefunden werden.

Das für die individuellen Beschwerden geeignetste Mittel wird in der Regel über drei verschiedene Wege ermittelt:

  • Übereinstimmung von Mittelbild und außergewöhnlichem Symptom
  • Übereinstimmung von Mittelbild und der Summe der Symptome
  • Übereinstimmung der Patientenpersönlichkeit mit der Idee des Mittels.

Auf Grund der Schwierigkeiten sich selbst objektiv zu beurteilen, gerät die Eigentherapie hier an ihre Grenzen. Darüber hinaus werden unter dem Symptom "Reizbarkeit" mehr als 400 homöopathische Arzneimittel aufgeführt, die auf Grund weiterer Symptome differenziert werden müssen. Bei der Auswahl einer geeigneten Dynamisierungsstufe ergeben sich für den Laien die nächsten Fragen.

Insofern empfiehlt sich die klassische Homöopathie nicht zur Anwendung ohne fachliche Unterstützung eines homöopathisch tätigen Arztes oder Heilpraktikers.


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